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Windkraft mit Blick auf den Natur- und Landschaftsschutz

 

Trotz hochsommerlichen Temperaturen kamen am Sonntag, 19. Juni einige interessierte Bürger zu einem überaus spannenden Vortrag unter freiem Himmel zusammen.

Im Rahmen der Reihe Walk & Talk des SV Fellbach & des NABU Fellbach referierte diesmal Benjamin Boy. Als ausgewiesener Fachmann in der Projektentwicklung von Windparks kennt er die Anforderungen bis in Detail. Und als Stadtrat im Stuttgarter Lokalparlament ist er mit den bangen Fragen vieler Bürger bestens vertraut.
 

Die idealen Voraussetzungen, um die Gruppe mit vielen sehr spannenden Informationen durch den Nachmittag zu führen. So haben sich sowohl durch die dramatischen Veränderungen auf dem Weltmarkt, als auch durch den politischen Wechsel auf Bundesebene die Voraussetzungen für Windkraftanlagen deutlich zum Positiven gewandelt. Die Abkehr von den fossilen Energieträgern Kohle, Gas und Öl wird sich weiter fortsetzen müssen, auch angesichts des Klimawandels.

 


 

Es wurde diskutiert wie sich dieser Wandel auf die Flächensituation auswirkt. Fossile Brennstoffe lagern ja meist unter der Erde und Erneuerbare brauchen Fläche. Für die Windkraft sind das etwa ½ Hektar für eine Erzeugungsleistung  von 10 bis 20 Mio KWh. Dies ist laut Boy mit Abstand die flächeneffizienteste Energieform.

In den nächsten Wochen werden sich hoffentlich, so war sich die Gruppe einig, die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien nochmals spürbar verbessern. Die Ziele auf Bundesebene sind dabei sehr ehrgeizig. Allein in Baden-Württemberg sollen bis zum Jahr 2032 insgesamt 1,8 % der für Windkraft geeigneten Flächen beplant werden. Zum Vergleich: Heute sind es gerade mal 0,2 %.

Auch die Frage nach Speichermöglichkeiten von Windkraftenergie blieb nicht unbeantwortet. Nach Einschätzung von Experten macht es erst dann Sinn über Speicher und Wasserstoffproduktion nachzudenken, wenn mehr als 60% erneuerbarer Strom in den Netzen vorhanden ist und damit die Überlastspitzen der Produktion in Speicher und andere Energieträger sinnvoll abgeleitet werden können.

Mit Blick auf den Artenschutz ging Benjamin Boy gezielt auf die vielen Fragen der Teilnehmer ein. In diesem Spannungsfeld gibt es sehr interessante Entwicklungen. So werden für jedes Windrad immer Ausgleichsflächen geschaffen, welche meist höherwertig sind, als der vorherige Lebensraum.

Viele Experten sind sich einig, dass echter Artenschutz ganzheitlich und großräumig gedacht werden muss und nicht auf einen Standort bezogen. Daher sollte der Artenschutz auch auf Bundesebene maßgeblich gestaltet werden.

Der Landschaftsschutz ist kein „hartes“ Kriterium und die betreffenden Flächen können zukünftig wieder beplant werden. Dies trifft in diesem Zusammenhang auch auf den vorderen Schurwald und den Kappelberg zu. Allerdings muss auch die Windhöffigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit darstellbar sein. Die Entwicklungen der Windkraftanlagen in den letzten Jahren lassen da hoffen.

Das Thema Windkraft bleibt damit auch im Remstal ein spannendes Thema wie der Blick auf den gegenüberliegenden Hang nähe Hanweiler Sattel zeigt.

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